Grüner Veltliner vom Spezialisten

Bernhard Ott aus dem Wagram

Eine Fahrt in die österreichischen Weinbaugebiete entlang der Donau lohnt sich immer. Besonders dann, wenn die Marillen reif sind wie derzeit. In dicken Trauben hängen sie orangerot an den Bäumen das sich die Äste biegen. Wer die reifen und geschmackvollen Früchte kostet wird fast ein bisschen neidisch. Denn so ein üppiges Aroma bekommen Aprikosen in Deutschland nur in den wärmsten Ecken des Landes. Österreich ist nun einmal deutlich südlicher gelegen und die Weinbaugebiete damit deutlich wärmer im Vergleich zu Deutschland. Ideale Bedingungen für die österreichische Paradesorte Grüner Veltliner.

In Niederösterreich fühlt sich die weiße Rebsorte besonders wohl und zwar nicht nur wegen der milden Witterung. Während Riesling auf noch so kargen und steinigen Böden mühelos wächst, mag es der Grüne Veltliner gemütlicher. Besonders die dicken Lössschichten die man hier oft findet und die jede Rebsorte gleichmäßig mit Wasser- sowie Nährstoffen versorgen, haben es der Sorte angetan. Hier entfaltet sie ihr ganzes Aromenspiel und Finessen.

Die Region Wagram in Niederösterreich liegt am linken Ufer der Donau und ist aufgrund seiner Meterhohen Lössschichten so ein El Dorado für ausgezeichneten Grünen Veltliner. Kein Wunder, dass sich Spitzenwinzer wie Bernhard Ott fast ausschließlich dieser Rebsorte widmen. Seit den 1990er Jahren haben Winzer wie er dafür gesorgt, dass diese Region den Kennern ein Begriff ist. Was an Bernhard Ott dabei fasziniert ist, dass er sich nie auf seinen Lorbeeren ausruht und nicht müde wird seine Weine zu hinterfragen. So hat er auf der Höhe seines Erfolges den Betrieb auf den viel risikoreicheren biologischen Anbau umgestellt. Ebenso hat sich der Stil der Weine drastisch verändert. Waren die Weine vor 10 Jahren noch plakativ und von Fülle, Alkohol und Reife geprägt, kommen sie heute umso präziser, leichtfüßiger und prägnanter daher. Zu Recht gilt er damit als einer der besten Interpreten dieser Rebsorte.

Wer sich besondere Weine gönnen möchte, kann natürlich die Einzellagen Veltliner kosten. Besonders stark ist aber auch der Grüne Veltliner „Fass 4“, eine Lagencuvée aus älteren Rebanlagen die im Stahltank ausgebaut wird. Der Wein läuft hellgelb ins Glas und zeigt zart grüne Reflexe. Das zarte Bukett zeigt verspielte Aromen von Williams-Birne, Marillen, Heublumen, frisch geschnittenes Gras und grüner Pfeffer. Der Wein ist trocken, die angenehm frische Säure wird durch die cremige Textur abgepuffert. Mit 12,5% Alkohol fällt der Wein mittelkräftig aus und zeigt ein langes Finale mit viel würzigen Pfeffernoten im Rachen. Der ideale Wein zur österreichischen Küche wie etwa Backhendl, Tafelspitz oder ein original Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat.

2016 Grüner Veltliner „Fass 4“ / Weingut Ott / Wagram

In Berlin:

Wein & Glas Compagnie / Prinzregentenstraße 2 / 10717 Berlin / 16,50 Euro

Kölner müssten online bestellen

Bei www.pinard-de-picard.de / dort kostet der Wein 14,50 Euro